Ida Rose und Johann Osewold gehen als Freiwillige nach Uganda

Das Visum liegt vor, der Termin für die letzte Impfung ist vereinbart, der Koffer steht bereit: „Jetzt fängt langsam der mentale Stress an“, sagt Ida Rose mit einem Lachen. Damit meint die 18-Jährige vor allem, sich nach und nach von Freunden, Verwandten und der Familie zu verabschieden. Denn am 15. August geht es los: Dann startet der Flieger, der Ida Rose aus Gremmendorf und Johann Osewold, ebenfalls aus Münster, nach Uganda bringt. Ein Jahr lang werden die beiden 18-Jährigen in der Gemeinde Obiya Palaro als Freiwillige für das Bistum Münster soziale Projekte unterstützen.


Nicht nur für Ida Rose und Johann Osewold ist das eine Premiere, auch für das Bistum Münster. Denn erstmals werden Freiwillige in das Projekt entsandt. Noch ist offen, welche Aufgaben die beiden vor Ort wahrnehmen werden. „Das hat auch Vorteile“, ist Ida Rose überzeugt. „Wir können relativ frei gestalten, wie unser Freiwilligendienst aussehen soll.“ Für Johann Osewold ist das Projekt nicht mehr ganz so neu. Seit vielen Jahren ist er als Messdiener in der Kinder- und Jugendarbeit seiner Pfarrei St. Mauritz aktiv – die Pfarrei, die das Projekt mit der gegründeten „Uganda-Hilfe Mauritz“ seit 1993 unterstützt.


In den vergangenen Jahren konnten dank des Einsatzes der Pfarrei Wasserbrunnen, ein Kindergarten und eine Schule sowie eine Krankenstation gebaut werden. In allen Einrichtungen können die Freiwilligen mitarbeiten. Johann Osewold, der später Medizin studieren möchte, freut sich, dass er in der Krankenstation mithelfen kann. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist Ida Rose durch langjähriges Babysitten und Nachhilfegeben vertraut: Sie möchte vor allem im Kindergarten und der Schule mitarbeiten. Wohnen werden die beiden zusammen mit dem Pfarrer und der Sozialarbeiterin im Gemeindezentrum. „Dort gibt es auch Gästezimmer, falls mal Besuch kommt“, erklärt Johann Osewold.


Für die beiden Abiturienten stand schon lange fest, dass sie nach dem Lernen ins Ausland gehen möchten. „Es sollte auf jeden Fall Afrika sein“, sagt Ida Rose. Ein Nachbar, der vor etlichen Jahren über das Bistum ins Ausland gegangen ist, erzählte ihr von der Möglichkeit. Auch Mitfreiwilliger Johann Osewold wollte einen Einblick in ein Entwicklungsland bekommen – und selbst mitanpacken. Als er die Ausschreibung des Bistums entdeckte, stand fest: „Ich möchte nach Uganda.“ Mit Englisch als Landessprache fühlen sich die beiden, zumindest was die Verständigung angeht, sicher. Offen sind sie trotzdem – nicht nur für Land und Leute: „Wir würden gerne die Stammessprache Acholi lernen, die nur von 100.000 Menschen gesprochen wird“, erklären sie.


Gemeinsam mit 27 anderen Freiwilligen aus dem Bistum haben sich Ida Rose und Johann Osewold bei mehrtägigen Seminaren in Berlin und Münster intensiv auf den Auslandsaufenthalt vorbereitet: „Wir sind zu einer tollen Gemeinschaft zusammengewachsen“, finde sie. In der Gruppe haben sie darüber gesprochen, wie bei interkulturellen Konflikten am besten zu reagieren ist und was es in Uganda zu beachten gilt. Die beiden versuchen, mit so großen Erwartungen an das Jahr heranzugehen. Stattdessen möchten sie sich voll und ganz auf fremde Kultur einlassen und freuen sich auf die Erfahrungen und Menschen – und das Essen: „Wir stellen uns auf viel Reis mit Bohnen ein“, sagt Ida Rose und lacht.


Wer über die Erlebnisse der beiden Freiwilligen in Uganda auf dem Laufenden gehalten werden möchte, kann eine kurze Nachricht an ida_johann.uganda@web.de schicken, um in einen allgemeinen Verteiler aufgenommen zu werden.